17.Sep.09 von Oliver Werner (Kommentare: 4)
Schlimm: Generationenkonflikt
Ok, wir wussten schon immer, dass wir begabte jugendliche Fahrer in unseren Reihen haben. Die Freude darüber nährte sich dabei besonders aus zwei Quellen:
- Der gönnerhaften Vorstellung, wir zeigten ihnen, wie sie es machen müssen und sie brennen alle her. Außer uns natürlich. Die amtierenden Jugendtrainer im Club sind da mental vielleicht schon etwas weiter. Trotzdem...
- Der absurden Idee, die Jungs und Mädels würden bis an ihr Lebensende in Jugendklassen fahren.
Der letzte Sonntag belehrte uns Alte mal wieder eines Besseren. Und sofort ist alles Gönnerhafte vergessen. Bis zur Schwarz-Weiß-Karierten des 2. Open-Vorlaufs war unser Weltbild noch völlig intakt. Julian Becher hatte schon lang aufgehört, uns auf der Piste den Hintern zu versohlen und macht das jetzt mit den Jungs 2 Ligen höher. Und dass Korbi Jackson mit der Viereinhalber genug Erfahrung hat, um einige von den "Großen" stehen zu lassen, war nix Neues. Zwischenzeitlich rangierte der junge Etterschlager auf Rang 2(!).
Schwedisch-bayerisches Feuerwerk
Aber da passierte etwas, das wir in dieser Heftigkeit nicht erwartet hatten.
Marcel Sauer brannte mit seiner schwedischen Kettensäge ein solches Feuerwerk ab, dass vor allem den Streckenposten, an denen es den 13jährigen am Ende der langen Geraden quer vorbei riss, der Mund offen stehen blieb. Unsere Miene verfinsterte sich zusehends. Nicht, dass wir es ihm nicht gönnten! Es ist nur...

Die Wahrheit ist: Wir sind um Jahre gealtert!
Innerhalb weniger Stunden wurde uns die Sinnlosigkeit unserer jämmerlichen Versuche vor Augen geführt, schnell, sauber und vor allem fotoreif (denn sind wir mal ehrlich - was zählt denn am Stammtisch?) um die Ecken zu driften.
Dieser Junge machte es einfach. Wir fühlten uns schlagartig um Jahre gealtert.
Sauers Chain Saw Massacre
Zwar hat sich Marcel bei der Show im Vorlauf bei einem zwanglosen Offroad-Tackling einen Haarriss in der rechten Hand zugezogen. Macht aber fast nix. Nachdem der Renn-Doc grünes Licht gegeben hat, ist er im Finale natürlich trotzdem angetreten (Nein, lieber Mario, von Karin hat er das nicht! Und nein, lieber Miche, von Gabi auch nicht!) und hat den 5.Platz (!) herausgedriftet. Schlimm!
Wir sehen bereits die ersten Versuche verstörter Hobbyfahrer, auf Marcels Bildern mittels Photoshop Startnummern, Farben der Plastics und Helmdekor durch ihr eigenes zu ersetzen. Wir ahnen Horden kreischender pubertierender Mädels voraus,
wie wir sie jetzt schon zuhauf unter unserem Publikum finden. Sie werden weinend am Vorstart stehen, wenn Marcel die Bühne betritt und in Ohnmacht fallen, wenn er vorbeidriftet. Ein Teenie-Idol wird er werden, von der Presse umlagert.
Alle Unbeschwertheit seiner Jugend wird dann dahin sein. Mal ehrlich, vor diesem schrecklichen Schicksal sollten wir ihn bewahren und ihn einfach nicht mehr auf die Strecke lassen...

Nix für ungut, Marcel. Gratulation und vor allem gute Besserung von uns allen!!!












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